Transaktionsscharnier Vereinigte Arabische Emirate
- AW-Prax
- Dr. Constantin Frank-Fahle, LL.M.
- Marcel Trost, LL.M.
Die rohstoffreichen Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben sich zu einem zentralen Wirtschaftsstandort und Handelsknotenpunkt zwischen Europa, Afrika und Asien entwickelt und fungieren heute als Deal-Scharnier zwischen europäischen, afrikanischen und asiatischen Märkten. Eine zunehmende Anzahl europäischer Unternehmen bedient ihre afrikanischen und südasiatischen Zielmärkte nicht mehr direkt, sondern über in den VAE ansässige Einkaufsgesellschaften – ein Ansatz, der zwar erhebliche operative Vorteile bietet, jedoch auch spezifische rechtliche und wirtschaftliche Risiken mit sich bringt. Zu diesen Risiken zählen insbesondere die Haftungskonzentration auf unterkapitalisierte Gesellschaften, intransparente und verschachtelte Gesellschaftsstrukturen mit Auslandsbezug sowie eine oftmals schwierige Vollstreckbarkeit ausländischer Gerichtsurteile. Ohne sorgfältige Know-Your-Customer-Prüfungen (KYC), eine auf den Einzelfall abgestimmte Vertragsgestaltung und ein proaktives Risikomanagement laufen europäische Lieferanten Gefahr, im Konfliktfall auf offenen Forderungen sitzen zu bleiben. Der Beitrag gibt einen strukturierten Überblick über typische Risiken und entwickelt praxisorientierte Lösungsansätze, die europäischen Unternehmen helfen sollen, das dynamische Marktumfeld der VAE als Tor zu asiatischen und afrikanischen Kunden erfolgreich und rechtssicher zu nutzen.