Fachbeiträge

Unsere Fachbeiträge sind überwiegend in deutscher Sprache vorhanden.

Transaktionsscharnier Vereinigte Arabische Emirate

Die rohstoffreichen Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben sich zu einem zentralen Wirtschaftsstandort und Handelsknotenpunkt zwischen Europa, Afrika und Asien entwickelt und fungieren heute als Deal-Scharnier zwischen europäischen, afrikanischen und asiatischen Märkten. Eine zunehmende Anzahl europäischer Unternehmen bedient ihre afrikanischen und südasiatischen Zielmärkte nicht mehr direkt, sondern über in den VAE ansässige Einkaufsgesellschaften – ein Ansatz, der zwar erhebliche operative Vorteile bietet, jedoch auch spezifische rechtliche und wirtschaftliche Risiken mit sich bringt. Zu diesen Risiken zählen insbesondere die Haftungskonzentration auf unterkapitalisierte Gesellschaften, intransparente und verschachtelte Gesellschaftsstrukturen mit Auslandsbezug sowie eine oftmals schwierige Vollstreckbarkeit ausländischer Gerichtsurteile. Ohne sorgfältige Know-Your-Customer-Prüfungen (KYC), eine auf den Einzelfall abgestimmte Vertragsgestaltung und ein proaktives Risikomanagement laufen europäische Lieferanten Gefahr, im Konfliktfall auf offenen Forderungen sitzen zu bleiben. Der Beitrag gibt einen strukturierten Überblick über typische Risiken und entwickelt praxisorientierte Lösungsansätze, die europäischen Unternehmen helfen sollen, das dynamische Marktumfeld der VAE als Tor zu asiatischen und afrikanischen Kunden erfolgreich und rechtssicher zu nutzen.

Transaktionsscharnier Vereinigte Arabische Emirate

Die rohstoffreichen Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihre Wirtschaft seit der Staatsgründung im Jahr 1971 erfolgreich diversifiziert. Heute fungieren insbesondere die Emirate Dubai und Abu Dhabi als wichtige Wirtschaftsstandorte, die Unternehmen und Investoren aus aller Welt anlocken. Das Emirat Dubai hat sich auch dank seiner hervorragenden Verkehrsinfrastruktur zu einem Handelszentrum von globaler Bedeutung entwickelt. Folge dieser wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte ist, dass die VAE mittlerweile auch Deal-Scharnier zwischen europäischen, afrikanischen und asiatischen Markten sind. Eine zunehmende Anzahl europäischer Unternehmen kommt infolge dieser Entwicklung mit dem Standort VAE in Berührung, ohne selbst exakte Kenntnisse von den rechtlichen und tatsachlichen Gegebenheiten vor Ort zu haben und mit typischen Geschäftsreisen vertraut zu sein. Zu den Risiken können unterkapitalisierte Einkaufsgesellschaften, intransparente Gesellschaftsstrukturen mit Auslandsbezug und eine oftmals schwierige Vollstreckbarkeit ausländischer Gerichtsurteile gehören. Ohne sorgfältige Know Your Customer-Prüfungen (KYC) und auf den Einzelfall abgestimmte Vertrage, die an den Interessen der europäischen Lieferanten orientiert sind, laufen diese Gefahr, am Ende auf offenen Forderungen sitzen zu bleiben. Der Beitrag gibt einen Überblick Uber einige typische Risiken und entsprechende Lösungsansatze.

Chance oder Zwang? Drei Jahre Regional Headquarter-Praxis in Saudi-Arabien

Das Königreich Saudi-Arabien befindet sich inmitten eines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozesses, der maßgeblich durch die im Jahr 2016 vorgestellte Vision 2030 angestoßen wurde. Die Vision 2030 ist ein umfassender Plan zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation des Königreichs, der u.a. vorsieht, die saudische Wirtschaft bis 2030 nachhaltig zu diversifizieren und die Abhängigkeit von den Einnahmen aus der Rohstoffgewinnung zu reduzieren. Als Teil der Vision 2030 wurde in den Jahren 2020 und 2021 das Regional Headquarter-Programm (sog. RHQ-Programm) vorgestellt und eingeführt, das darauf abzielt, multinationale Unternehmen zu ermutigen, ihr Regional Headquarter (RHQ) innerhalb der MENA-Region in Saudi-Arabien anzusiedeln und am RHQ-Programm teilzunehmen. Seitdem wurden die Vorgaben für das RHQ-Programm und die durch das Programm gewährten Anreize für Unternehmen nach und nach konkretisiert. Für Unternehmen sind infolgedessen mittlerweile die Voraussetzungen und Anreize des RHQ-Programms besser verständlich.

Von der Freihandelszone in das Mainland: Dubais neue Spielregeln für Freihandelszonen

Im März 2025 erließ der sog. Dubai Executive Council die Decision No. 11 of 2025 (Concerning the Regulation of Free Zone Entities’ Operation of Their Activities Within the Emirate of Dubai), mit der ein neuer rechtlicher Rahmen für Freihandelszonengesellschaften im Emirat Dubai geschaffen wurde, um unter gewissen Voraussetzungen im Mainland von Dubai geschäftlich tätig zu werden. Die Entscheidung gilt für Freihandelszonengesellschaften des Emirats mit Ausnahme von Finanzunternehmen, die in der Finanzfreihandelszone Dubai International Financial Centre (DIFC) zugelassen sind. Die Entscheidung ist Teil umfassenderer Bemühungen des Emirats Dubai zur Verbesserung des Geschäftsumfelds und zur Anlockung von Investitionen in das Emirat. Nachstehend soll der bisherige und der neue rechtliche Rahmen für die Ausübung von Geschäftstätigkeiten im Mainland des Emirats Dubai durch eine Freihandelszonengesellschaft dargestellt werden. Zuvor wird die Bedeutung des Emirats als Unternehmensstandort erläutert.

Gwadar Port: Tor nach Asien und Knotenpunkt in Pakistans Zukunft? – Bedeutung für deutsche Unternehmen und Investoren

Pakistan hat im November 2016 den Gwadar Port offiziell in Betrieb genommen, in dessen Nähe sich eine Freihandelszone, die sog. Gwadar Free Zone, befindet. Der Gwadar Port liegt am Arabischen Meer im Südwesten Pakistans in der Provinz Belutschistan. Er ist ein Tiefseehafen und Teil des sog. China-Pakistan Economic Corridor (CPEC), der wiederum Bestandteil der sog. Belt and Road Initiative (BRI) ist. Dem Hafen wird aufgrund seiner geografischen Lage an der Kreuzung internationaler Seeschifffahrts- und Ölhändlerouten eine potenziell strategisch wichtige Bedeutung beigemessen. Gwadar Port soll zudem eine bedeutende Rolle in der Versorgung der Westprovinzen Chinas spielen, da von Westchina aus betrachtet Gwadar Port die nächstgelegene Seehafenein­fahrt ist. Der nachfolgende Beitrag stellt das Projekt Gwadar Port vor, erläutert die mit dem Projekt verfolgten strategischen Ziele Pakistans und Chinas und gibt einen Überblick über die Herausforderungen, denen sich das Projekt gegenwärtig ausgesetzt sieht. Darüber hinaus werden weitere wichtige Häfen der Region vorgestellt und abschließend ausgewählte Risikoaspekte beleuchtet, die deutsche Unternehmen im Exportgeschäft beachten sollten.

EUDR und Emerging Markets: Nachhaltigkeit als Handelshemmnis?

Am 30.12.2025 wird die Europäische Entwaldungsverordnung (Verordnung (EU) 2023/1115 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31.5.2023, EU Deforestation Regulation – EUDR) endgültig umgesetzt werden. Mit der EUDR soll die Entwaldung im Zusammenhang mit Produkten aus sieben Rohstoffen begrenzt werden. Während in erster Linie in der Europäischen Union (EU) niedergelassene Importeure und Handler dieser Rohstoffe und relevanter Erzeugnisse neue Sorgfaltsanforderungen erfüllen müssen, werden zugleich Erzeuger im außereuropäischen Ausland, u.a. in Emerging Markets und Entwicklungsländern, mittelbar durch die neuen Vorgaben belastet. Ausländische Erzeuger gleich welcher Größe werden ihren Geschäftspartnern Dokumente, rechtliche Nachweise und Ursprungsnachweise vorlegen müssen, damit diese die Sorgfaltspflichten erfüllen können. Erzeuger, die die EUDR-Standards nicht erfüllen, laufen Gefahr, vom Handel mit der EU ausgeschlossen zu werden. Nachfolgend werden einige unmittelbare und mittelbare Auswirkungen der EUDR auf EU-Unternehmen und außereuropäische Erzeuger beleuchtet.

Bangladesch 2025 – Herausforderungen und Perspektiven nach politischem Umbruch

Bangladesch ist ein Staat in Südasien, der an Indien sowie Myanmar angrenzt und geschätzt derzeit rund 172 Mio. Einwohner hat. Hauptstadt des Landes ist Dhaka. Bangladesch gehört zu den ärmsten Ländern Asiens, wenngleich sich die wirtschaftliche Lage des Landes infolge einer Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessern konnte. Bedeutende Wirtschaftssektoren sind insbesondere der Textil‑ und Bekleidungssektor, die Landwirtschaft und der Informations- und Kommunikationstechnologiesektor. Auch deutsche Unternehmen sind in Bangladesch aktiv. Aufmerksamkeit in westlichen Medien hat das Land zuletzt seit Sommer 2024 infolge landesweiter Massenproteste erhalten, die zum Rücktritt der zuvor seit 2009 zum zweiten Mal regierenden Premierministerin Sheikh Hasina Wazed führten. Seit Anfang August 2024 wird Bangladesch von einer Übergangsregierung unter Führung des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus geleitet. Die Wirtschaft des Landes hat bereits seit 2022 deutlicher geschwächelt. Der nachfolgende Beitrag gibt einen Überblick über die aktuellen Hauptherausforderungen, denen Bangladesch sich infolge der politischen Umwälzungen und einer wirtschaftlich schwierigeren Lage aktuell ausgesetzt sieht.

Produktionsverlagerung nach Oman – Chancen und Perspektiven in Freihandels- und Sonderwirtschaftszonen

Die deutsche Wirtschaft ist traditionell exportgetrieben. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Globalisierung diese Entwicklung noch verstärkt und zu einem Anstieg des internationalen Handels und einer Internationalisierung von Herstellungsprozessen auf allen Produktionsstufen geführt. Für viele deutsche Unternehmen unterschiedlicher Größe ist das Auslandsgeschäft eine wichtige Säule ihrer geschäftlichen Tätigkeit. Deutsche Vorleistungsguter und Rohmaterialien werden im Ausland zur Herstellung von Produkten verwendet. Umgekehrt finden sich auch in vielen deutschen Gütern Vorleistungsguter, die zuvor in anderen Teilen der Welt produziert wurden. Während infolge der Corona-Pandemie und angesichts einer geopolitisch zunehmend angespannten Weltlage jungst darüber diskutiert wurde, zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit ins Ausland verlagerte Produktion ins Inland zurückzuholen, entscheiden sich viele deutsche Unternehmen nach wie vor bewusst dazu, entweder teilweise im Ausland zu produzieren oder ihre Produktion vollständig ins Ausland zu verlagern. Zuletzt wurde berichtet, dass aufgrund hoher Energiekosten und steigenden bürokratischen Aufwands am Standort Deutschland sogar eine wachsende Zahl deutscher Unternehmen eine Produktionsverlagerung ins Ausland erwägt. Ein möglicher Ansatz für eine Produktionsverlagerung kann die Gründung einer Produktionsgesellschaft in einer Freihandelszone oder Sonderwirtschaftszone im Sultanat Oman sein. Das auf der Arabischen Halbinsel belegene Land verfugt mittlerweile über drei Freihandelszonen sowie zwei Sonderwirtschaftszonen und bietet (ausländischen) Investoren diverse Anreize zur Gesellschaftsgründung, die nachstehend ausschnittsweise dargestellt werden.

Chinas „Unreliable Entity List“

Im Handelsstreit mit den USA treibt China seine Pläne für eine Schwarze Liste, die ausschließlich ausländische Unternehmen und Einzelpersonen betreffen soll, voran. So wurde im September 2020 die gesetzliche Grundlage für die sogenannte „Unreliable Entity List“ (UEL) geschaffen. Es handelt sich dabei um eine „Naming and Shaming“-Liste, in der ausländische natürliche und juristische Personen aufgeführt werden, die Lieferungen an chinesische Unternehmen wegen nichtkommerzieller Zwecke (mit anderen Worten politischen Zwecken) boykottieren. Der Boykott und die ebenso beabsichtigte Unterbrechung von Lieferketten ruft für chinesische Unternehmen zunehmend hohe Schäden hervor.

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