Die qualifizierte Freihandelszonenperson im Körperschaftsteuerrecht der Vereinigten Arabischen Emirate – Dogmatische Grundlagen und praktische Anwendungsfragen
- IStR
- Dr. Constantin Frank-Fahle, LL.M.
- Marcel Trost, LL.M.
- Andreas Heinrich, LL.M. oec.
Mit der Einführung der Körperschaftsteuer im Jahr 2023 hat sich das Steuerrecht der Vereinigten Arabischen Emirate grundlegend gewandelt. Erstmals wurde damit eine flächendeckende Ertragsteuer für Unternehmen etabliert. Davon umfasst sind grundsätzlich auch Unternehmen, die in Freihandelszonen ansässig sind. Mit dem Status der qualifizierten Freihandelszonenperson (Qualifying Free Zone Person – QFZP) wurde allerdings ein Sonderregime geschaffen, das unter strengen Voraussetzungen weiterhin die Inanspruchnahme eines Nullsteuersatzes ermöglicht. Die damit verbundenen Anforderungen – von der Sicherstellung angemessener wirtschaftlicher Substanz über die Abgrenzung sog. qualifizierender und ausgeschlossener Aktivitäten bis hin zur Einhaltung der De-Minimis-Grenze – stellen Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Gleichzeitig wirft die Normstruktur dogmatische Fragen zur Einordnung des Regimes im Kontext internationaler Steuerstandards (OECD BEPS, Pillar Two) auf. Der Beitrag beleuchtet diese Schnittstellen zwischen Dogmatik und Praxis und zeigt auf, welche Handlungsspielräume und Risiken sich für Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ergeben.