Fachbeiträge

Unsere Fachbeiträge sind überwiegend in deutscher Sprache vorhanden.

Länderreport Kenia

Das Jahr 2026 ist in Kenia bislang von einer außergewöhnlich hohen Reformdynamik geprägt. Mit umfassenden Gesetzesänderungen im Steuer-, Finanzmarkt-, Technologie-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht sowie infolge zahlreicher weiterer regulatorischer Initiativen hat die Regierung den wirtschaftsrechtlichen Rahmen in einem seit Jahren nicht mehr erreichten Umfang weiterentwickelt. Gleichzeitig blieb das politische Umfeld durch anhaltende Spannungen zwischen Exekutive und Judikative sowie wiederkehrende gesellschaftliche Proteste geprägt.

Substanz statt Schein: Der echte Arbeitgeber im Employer of Record-Modell

Sog. Employer of Record-Modelle (EoR-Modell) versprechen Unternehmen Lösungen für die internationale Expansion geschäftlicher Tätigkeiten und die immer öfter herausfordernde Suche nach qualifizierten Fachkräften. Das EoR-Modell ist ein ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum stammendes Personaleinsatzmodell, das die Beschäftigung von Arbeitnehmern im Ausland erleichtern soll, indem eine Agentur (der EoR) Arbeitnehmer am Einsatzort auf Grundlage eines Arbeitsvertrages nach lokalem Recht anstellt und das arbeitgeberseitige Weisungsrecht auf das Kundenunternehmen überträgt. Die Arbeitsleistung wird dann vollständig oder teilweise in dem jeweiligen Einsatzland unter Weisung des Kundenunternehmens erbracht. Was viele Unternehmen als äußerst praktische Lösung betrachten, ist jedoch mit gewissen Risiken verbunden, die sich insbesondere aus dem deutschen und ausländischen Arbeits- und Aufenthaltsrecht sowie aus dem Sozialversicherungs- und Steuerrecht ergeben. Aufgrund der Missbrauchsgefahr können EoR-Modelle in den Fokus der Überprüfung durch (ausländische) Arbeits-, Immigrations- und Steuerbehörden sowie Sozialversicherungsträger geraten. Der vorliegende Beitrag stellt das EoR-Modell vor, erläutert ausgewählte Risiken, stellt die Grundlagen und Prüfkriterien des Substanztests dar und gibt Einblicke in die regulatorische und steuerliche Dimension bei Scheitern des Substanztests. Der Beitrag schließt mit einem Überblick über praxisorientierte Strategien zur Stärkung von Compliance sowie einem Ausblick.

Die negative Feststellungsklage als prozessuale Strategie im Drittstaatenverkehr – Rechtshängigkeit, Zustellung und Vollstreckung außerhalb der EU

Infolge der Globalisierung gehören grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen für viele deutsche Unternehmen zum Geschäftsalltag. Während der innereuropäische Rechtsverkehr durch die Brüssel-Ia-Verordnung (EuGVVO) sowie ergänzende Übereinkommen weitgehend harmonisiert ist, kann die prozessuale Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Vertragspartnern mit Sitz in Drittstaaten Unternehmen und ihre Rechtsberater weiterhin vor erhebliche Herausforderungen stellen. Insbesondere wenn keine multi- oder bilateralen Abkommen über die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung von Gerichtsurteilen existieren, ergeben sich regelmäßig komplexe Fragestellungen hinsichtlich der Wahl des richtigen Gerichtsstands, der Rechtshängigkeit paralleler Verfahren sowie der Durchsetzbarkeit etwaiger Titel. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen ist nicht nur für eine erfolgreiche Durchsetzung eigener Ansprüche essenziell, sondern auch zum Schutz vor potenziell kostspieligen und langwierigen Klageverfahren im Ausland.

Die Reform des emiratischen Zivilrechts: Das neue Zivilgesetzbuch der VAE und seine Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis

Mit dem zum 1.6.2026 in Kraft getretenen neuen Zivilgesetzbuch haben die Vereinigten Arabischen Emirate eine der bedeutendsten zivilrechtlichen Reformen seit 1985 umgesetzt. Die Reform modernisiert zahlreiche Bereiche des emiratischen Zivilrechts und trägt den Anforderungen eines zunehmend internationalisierten Wirtschaftsstandorts Rechnung. Besondere praktische Relevanz besitzen die neuen Vorschriften zu vorvertraglichen Pflichten, zur Vertragsanpassung bei außergewöhnlichen Umständen sowie zu Werkverträgen und pauschaliertem Schadensersatz. Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die VAE sollten die Auswirkungen der Reform zeitnah analysieren und bestehende Vertragsmuster sowie interne Prozesse überprüfen. Der vorliegende Beitrag behandelt die wesentlichen Neuerungen des Federal Decree-Law No. 25 of 2025 und untersucht deren praktische Bedeutung für grenzüberschreitende Geschäftstätigkeiten und die Vertragsgestaltung in den VAE.

Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran – „The Art of the Deal“?

Mit dem am 18.6.2026 unterzeichneten Memorandum of Understanding zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran („MOU") wurde die seit dem 28.2.2026 anhaltende militärische Eskalation am „Persischen Golf" vorerst beendet. Auch wenn das MOU zwischenzeitlich aufgekündigt wurde, könnten seine Regelungsansätze und ein etwaiger Final Deal den Wirtschaftsraum am Golf erheblich beeinflussen. Neben unmittelbaren Auswirkungen auf laufende Verträge, Lieferketten und Sanktionsregime zeichnen sich mittelfristig erhebliche Implikationen für die Investitionsentscheidungen internationaler – insbesondere deutscher – Unternehmen ab.

Betriebsstättenbegründung durch Homeoffice – Aktuelle Entwicklungen in der internationalen Besteuerung grenzüberschreitender mobiler Arbeit

Die zunehmende Bedeutung grenzüberschreitender mobiler Arbeit hat – nicht zuletzt infolge der Corona-Pandemie – grundlegende Fragestellungen im internationalen Steuerrecht aufgeworfen. Im Zentrum der Diskussion steht dabei auch die betriebsstättenrechtliche Qualifikation des Homeoffice eines Arbeitnehmers und die Frage, ob hierdurch eine steuerlich relevante Präsenz des ausländischen Arbeitgebers im Tätigkeitsstaat begründet wird. Eine solche Einordnung hätte erhebliche Konsequenzen für die Besteuerung im Tätigkeitsstaat und birgt das Risiko der Entstehung einer Vielzahl bislang nicht antizipierter sog. Mikro-Betriebsstätten – je nach Fallkonstellation sogar verstreut über verschiedene, in steuerrechtlicher Hinsicht dem Arbeitgeber etwaig unbekannte Jurisdiktionen. Vor diesem Hintergrund hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im November 2025 ihre Musterkommentierung zu Art. 5 OECD-Musterabkommen grundlegend überarbeitet und erstmals konkrete quantitative Schwellenwerte sowie operationale Beurteilungskriterien für Remote-Work-Konstellationen, zu denen u. a. Homeoffice-Konstellationen zählen, eingeführt. Auf dem OECD-Musterabkommen beruhen u. a. viele Doppelbesteuerungsabkommen, die die Bundesrepublik Deutschland bislang abgeschlossen hat. Der vorliegende Beitrag analysiert diese Neuausrichtung der Kommentierung des OECD-Musterabkommens und untersucht deren praktische Bedeutung für international tätige Unternehmen.

Länderreport Vereinigte Arabische Emirate

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihre Position als international bedeutender Investitions- und Wirtschaftsstandort auch im vergangenen Jahr weiter gefestigt und hierzu in zahlreichen Rechtsgebieten umfassende Reformen umgesetzt. Der Länderreport gibt einen Überblick über die wesentlichen Entwicklungen im Berichtszeitraum – insbesondere im Steuer-, Gesellschafts-, Zivil- und Zivilprozessrecht sowie im Immobilien-, Arbeits- und Geldwäscherecht – und ordnet sie vor dem Hintergrund der erstmaligen militärischen Angriffe auf emiratisches Staatsgebiet und ihrer wirtschaftlichen Folgen ein.

Globale Krisen als Stresstest für internationale Lieferketten – rechtliche Handlungsoptionen für Unternehmen im Spannungsfeld von Irankrieg, Energiepreissteigerungen und Halbleiterkrise

Die Kumulation von Irankrieg, Energiepreissteigerungen und Halbleiterkrise stellt internationale Lieferketten seit Anfang 2026 vor erhebliche Belastungsproben. Insbesondere Lieferverträge mit längerer Laufzeit und Festpreisverträge geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck, während vertragliche Anpassungsmechanismen sich häufig als unzureichend erweisen. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag die maßgeblichen vertraglichen und gesetzlichen Handlungsoptionen betroffener Unternehmen – insbesondere Preisanpassungs-, Verhandlungs- und Force-Majeure-Klauseln, die Störung der Geschäftsgrundlage gemäß § 313 BGB sowie Zurückbehaltungs- und Kündigungsrechte. Er beleuchtet zudem strategische Erwägungen zu Dokumentation, Vertragsanalyse und Verhandlungsführung und gibt Unternehmen praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die Bewältigung der aktuellen Krisensituation sowie die krisenfeste Gestaltung künftiger Vertragswerke.

Vom Arbeitsvertrag bis zur Abfindung: Das Arbeitsrecht der Vereinigten Arabischen Emirate in der Praxis

Das Arbeitsrecht der Vereinigten Arabischen Emirate wurde in den vergangenen Jahren weiter modernisiert. Während flexiblere Arbeitsmodelle und Visa-Kategorien Mobilität fördern und die Standortattraktivität stärken, stecken umfassendere und strengere Compliance-Vorgaben den Handlungsspielraum von Arbeitgebern präziser ab. Zu beobachten war zuletzt ein Trend zur Einführung sozialversicherungsrechtlicher Elemente und eine konsequente Umsetzung der sog. Emiratisierung. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über den arbeitsrechtlichen Rechtsrahmen, zeigt aktuelle Entwicklungen auf und bietet praxisnahe Orientierung zu wichtigen Fragen, wie Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, Vertragsschluss, Entgeltfortzahlung sowie Kündigung und Abfindungsansprüche.

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