Fachbeiträge

Unsere Fachbeiträge sind überwiegend in deutscher Sprache vorhanden.

Die Reform des emiratischen Zivilrechts: Das neue Zivilgesetzbuch der VAE und seine Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis

Mit dem zum 1.6.2026 in Kraft getretenen neuen Zivilgesetzbuch haben die Vereinigten Arabischen Emirate eine der bedeutendsten zivilrechtlichen Reformen seit 1985 umgesetzt. Die Reform modernisiert zahlreiche Bereiche des emiratischen Zivilrechts und trägt den Anforderungen eines zunehmend internationalisierten Wirtschaftsstandorts Rechnung. Besondere praktische Relevanz besitzen die neuen Vorschriften zu vorvertraglichen Pflichten, zur Vertragsanpassung bei außergewöhnlichen Umständen sowie zu Werkverträgen und pauschaliertem Schadensersatz. Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die VAE sollten die Auswirkungen der Reform zeitnah analysieren und bestehende Vertragsmuster sowie interne Prozesse überprüfen. Der vorliegende Beitrag behandelt die wesentlichen Neuerungen des Federal Decree-Law No. 25 of 2025 und untersucht deren praktische Bedeutung für grenzüberschreitende Geschäftstätigkeiten und die Vertragsgestaltung in den VAE.

Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran – „The Art of the Deal“?

Mit dem am 18.6.2026 unterzeichneten Memorandum of Understanding zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran („MOU") wurde die seit dem 28.2.2026 anhaltende militärische Eskalation am „Persischen Golf" vorerst beendet. Auch wenn das MOU zwischenzeitlich aufgekündigt wurde, könnten seine Regelungsansätze und ein etwaiger Final Deal den Wirtschaftsraum am Golf erheblich beeinflussen. Neben unmittelbaren Auswirkungen auf laufende Verträge, Lieferketten und Sanktionsregime zeichnen sich mittelfristig erhebliche Implikationen für die Investitionsentscheidungen internationaler – insbesondere deutscher – Unternehmen ab.

Betriebsstättenbegründung durch Homeoffice – Aktuelle Entwicklungen in der internationalen Besteuerung grenzüberschreitender mobiler Arbeit

Die zunehmende Bedeutung grenzüberschreitender mobiler Arbeit hat – nicht zuletzt infolge der Corona-Pandemie – grundlegende Fragestellungen im internationalen Steuerrecht aufgeworfen. Im Zentrum der Diskussion steht dabei auch die betriebsstättenrechtliche Qualifikation des Homeoffice eines Arbeitnehmers und die Frage, ob hierdurch eine steuerlich relevante Präsenz des ausländischen Arbeitgebers im Tätigkeitsstaat begründet wird. Eine solche Einordnung hätte erhebliche Konsequenzen für die Besteuerung im Tätigkeitsstaat und birgt das Risiko der Entstehung einer Vielzahl bislang nicht antizipierter sog. Mikro-Betriebsstätten – je nach Fallkonstellation sogar verstreut über verschiedene, in steuerrechtlicher Hinsicht dem Arbeitgeber etwaig unbekannte Jurisdiktionen. Vor diesem Hintergrund hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im November 2025 ihre Musterkommentierung zu Art. 5 OECD-Musterabkommen grundlegend überarbeitet und erstmals konkrete quantitative Schwellenwerte sowie operationale Beurteilungskriterien für Remote-Work-Konstellationen, zu denen u. a. Homeoffice-Konstellationen zählen, eingeführt. Auf dem OECD-Musterabkommen beruhen u. a. viele Doppelbesteuerungsabkommen, die die Bundesrepublik Deutschland bislang abgeschlossen hat. Der vorliegende Beitrag analysiert diese Neuausrichtung der Kommentierung des OECD-Musterabkommens und untersucht deren praktische Bedeutung für international tätige Unternehmen.

Länderreport Vereinigte Arabische Emirate

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihre Position als international bedeutender Investitions- und Wirtschaftsstandort auch im vergangenen Jahr weiter gefestigt und hierzu in zahlreichen Rechtsgebieten umfassende Reformen umgesetzt. Der Länderreport gibt einen Überblick über die wesentlichen Entwicklungen im Berichtszeitraum – insbesondere im Steuer-, Gesellschafts-, Zivil- und Zivilprozessrecht sowie im Immobilien-, Arbeits- und Geldwäscherecht – und ordnet sie vor dem Hintergrund der erstmaligen militärischen Angriffe auf emiratisches Staatsgebiet und ihrer wirtschaftlichen Folgen ein.

Globale Krisen als Stresstest für internationale Lieferketten – rechtliche Handlungsoptionen für Unternehmen im Spannungsfeld von Irankrieg, Energiepreissteigerungen und Halbleiterkrise

Die Kumulation von Irankrieg, Energiepreissteigerungen und Halbleiterkrise stellt internationale Lieferketten seit Anfang 2026 vor erhebliche Belastungsproben. Insbesondere Lieferverträge mit längerer Laufzeit und Festpreisverträge geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck, während vertragliche Anpassungsmechanismen sich häufig als unzureichend erweisen. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag die maßgeblichen vertraglichen und gesetzlichen Handlungsoptionen betroffener Unternehmen – insbesondere Preisanpassungs-, Verhandlungs- und Force-Majeure-Klauseln, die Störung der Geschäftsgrundlage gemäß § 313 BGB sowie Zurückbehaltungs- und Kündigungsrechte. Er beleuchtet zudem strategische Erwägungen zu Dokumentation, Vertragsanalyse und Verhandlungsführung und gibt Unternehmen praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die Bewältigung der aktuellen Krisensituation sowie die krisenfeste Gestaltung künftiger Vertragswerke.

Vom Arbeitsvertrag bis zur Abfindung: Das Arbeitsrecht der Vereinigten Arabischen Emirate in der Praxis

Das Arbeitsrecht der Vereinigten Arabischen Emirate wurde in den vergangenen Jahren weiter modernisiert. Während flexiblere Arbeitsmodelle und Visa-Kategorien Mobilität fördern und die Standortattraktivität stärken, stecken umfassendere und strengere Compliance-Vorgaben den Handlungsspielraum von Arbeitgebern präziser ab. Zu beobachten war zuletzt ein Trend zur Einführung sozialversicherungsrechtlicher Elemente und eine konsequente Umsetzung der sog. Emiratisierung. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über den arbeitsrechtlichen Rechtsrahmen, zeigt aktuelle Entwicklungen auf und bietet praxisnahe Orientierung zu wichtigen Fragen, wie Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, Vertragsschluss, Entgeltfortzahlung sowie Kündigung und Abfindungsansprüche.

Militärische Eskalation am Golf: Rechtliche Folgen für Verträge, Lieferketten und Arbeitnehmerentsendungen

Die militärische Eskalation im Golf seit dem 28.02.2026 hat durch Luftraumsperrungen und die Blockade der Straße von Hormus erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Verkehr und globale Lieferketten. Dabei sehen sich Unternehmen mit massiven Störungen ihrer Geschäftsabläufe konfrontiert und prüfen verstärkt die Anwendbarkeit von Force-Majeure-Klauseln in bestehenden Verträgen. Entscheidend ist, ob militärische Konflikte vom jeweiligen Vertragswortlaut erfasst sind und ein ausreichender Kausalzusammenhang zur Leistungsstörung besteht. Unternehmen sollten daher ihre Verträge systematisch analysieren, Mitteilungs- und Handlungspflichten beachten sowie frühzeitig Maßnahmen zur Schadensminimierung und Abstimmung entlang der Lieferketten ergreifen. Zugleich treffen Arbeitgeber umfassende Fürsorgepflichten gegenüber entsandten Mitarbeitern, einschließlich der Unterstützung bei einer möglichen Ausreise.

Externe und konzerninterne Service Provider in den VAE – ein datenschutzrechtlicher Stresstest

Datentransfers in Drittländer sind Teil des Geschäftsalltages nicht nur vieler international agierenderKonzerne mit Unternehmensstandorten außerhalb der Europäischen Union (EU), sondern auch kleinerer und mittlerer Unternehmen, die sich externer Dienstleister (bspw. Cloud-Dienstleistungen oder 24/7-Securitysupport) im außereuropäischen Ausland bedienen. Die Zulässigkeit von Datentransfers in Drittländer bestimmt sich maßgeblich nach den Art. 44ff. DSGVO. Datentransfers in Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums – EWR, bezüglich derer die zuständige EU-Kommission keinen sog. Angemessenheitsbeschluss erlassen hat (sog. unsichere Drittländer), müssen regelmäßig mit geeigneten Garantien abgesichert werden, um zu gewährleisten, dass der Datenempfänger im unsicheren Drittland zum Schutz Betroffener ein angemessenes Datenschutzniveau einhält. In Ausnahmefällen ist eine Übertragung nach den Ausnahmetatbeständen des Art. 49 DSGVO zulässig. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet typische Anwendungsfälle in der Unternehmenspraxis, vermittelt einen Überblick über den Rechtsrahmen für die Übermittlung personenbezogener Daten in unsichere Drittländer und schließt mit einer praxisnahen Darstellung von Risiken und Compliance-Strategien. Dabei wird besonderer Fokus auf Fragen der Zulässigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten durch externe und konzerninterne Service Provider in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gelegt. In den VAE sind insbesondere im Emirat Dubai eine Vielzahl ausländischer, u.a. deutscher, Unternehmen ansässig, die persönliche Daten von Europäern erheben und verarbeiten.

Länderreport Bangladesch

Bangladesch zählt weiterhin zu den wirtschaftlich und demografisch dynamischsten Staaten Südasiens. Mit einer großen, überwiegend jungen Bevölkerung, einem sich entwickelnden Binnenmarkt und seiner geografischen Lage als Brückenraum zwischen Südasien und Südostasien bietet das Land grundsätzlich ein erhebliches mittel- bis langfristiges Wachstumspotenzial. Gleichzeitig bleibt Bangladesch ein Investitionsstandort, der – aus Sicht ausländischer Unternehmen und Investoren – weiterhin durch eine Reihe struktureller Risiken geprägt ist. Hierzu zählen insbesondere begrenzte administrative Leistungsfähigkeit, teilweise inkonsistente Behördenpraxis, infrastrukturelle Engpässe sowie politische und gesellschaftliche Volatilität.

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