Sog. Employer of Record-Modelle (EoR-Modell) versprechen Unternehmen Lösungen für die internationale Expansion geschäftlicher Tätigkeiten und die immer öfter herausfordernde Suche nach qualifizierten Fachkräften. Das EoR-Modell ist ein ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum stammendes Personaleinsatzmodell, das die Beschäftigung von Arbeitnehmern im Ausland erleichtern soll, indem eine Agentur (der EoR) Arbeitnehmer am Einsatzort auf Grundlage eines Arbeitsvertrages nach lokalem Recht anstellt und das arbeitgeberseitige Weisungsrecht auf das Kundenunternehmen überträgt. Die Arbeitsleistung wird dann vollständig oder teilweise in dem jeweiligen Einsatzland unter Weisung des Kundenunternehmens erbracht. Was viele Unternehmen als äußerst praktische Lösung betrachten, ist jedoch mit gewissen Risiken verbunden, die sich insbesondere aus dem deutschen und ausländischen Arbeits- und Aufenthaltsrecht sowie aus dem Sozialversicherungs- und Steuerrecht ergeben. Aufgrund der Missbrauchsgefahr können EoR-Modelle in den Fokus der Überprüfung durch (ausländische) Arbeits-, Immigrations- und Steuerbehörden sowie Sozialversicherungsträger geraten. Der vorliegende Beitrag stellt das EoR-Modell vor, erläutert ausgewählte Risiken, stellt die Grundlagen und Prüfkriterien des Substanztests dar und gibt Einblicke in die regulatorische und steuerliche Dimension bei Scheitern des Substanztests. Der Beitrag schließt mit einem Überblick über praxisorientierte Strategien zur Stärkung von Compliance sowie einem Ausblick.