Fachbeiträge

Unsere Fachbeiträge sind überwiegend in deutscher Sprache vorhanden.

Employer of Record-Modelle im internationalen Anlagenbau – Regulierungs-Arbitrage, Compliance-Leverage oder rechtliches Minenfeld?

Employer of Record (EoR)-Modelle gewinnen im internationalen Anlagenbau zunehmend an Bedeutung. Engineering-Unternehmen setzen sie grenzüberschreitend ein, um hochspezialisiertes Personal kurzfristig in ausländischen Projektmärkten zu beschäftigen, ohne eigene lokale Strukturen (Repräsentanz, Zweigniederlassung oder Tochtergesellschaft) aufzubauen. Die vermeintliche Einfachheit des Modells täuscht jedoch darüber hinweg, dass je nach Ausgestaltung der Rechtsordnung des Projektstaates erhebliche Compliance-Risiken entstehen können. Der Beitrag analysiert drei zentrale Risikodimensionen: die arbeits(erlaubnis)rechtliche Einordnung von EoR-Arrangements – insbesondere die Abgrenzung zur (häufig erlaubnispflichtigen) Arbeitnehmerüberlassung –, gewerbeerlaubnisrechtliche Anforderungen sowie die steuerliche Betriebsstättenproblematik (Permanent Establishment). Er zeigt auf, unter welchen Bedingungen EoR-Modelle ein rechtlich tragfähiges Instrument darstellen und in welchen Konstellationen alternative Beschäftigungsstrukturen vorzuziehen sind.

Immobilienprojekte in Dubai und Abu Dhabi im Krisenfall: Staatliche Sondertribunale, Investorenschutz und Streitbeilegung – Lehren aus der Finanzkrise 2008/2009 und Implikationen des Iran-Konflikts 2026

Die beiden Metropolen Dubai und Abu Dhabi haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu den bedeutendsten Immobilienmärkten des Nahen Ostens entwickelt. In Reaktion auf die globale Finanzkrise 2008/2009 schuf Dubai erstmals krisenspezifische Sondertribunale, die für begrenzte Zeit die ordentliche Gerichtsbarkeit verdrängten und hybride Restrukturierungsmechanismen etablierten. Der Iran-Konflikt, der seit dem 28. Februar 2026 die Golfregion erschüttert, hat die beiden Immobilienmärkte vor eine erneute ernsthafte Belastungsprobe gestellt. Der Beitrag analysiert die bestehenden Krisenmechanismen des Immobilienrechts der Emirate Dubai und Abu Dhabi, untersucht die Klauselpraxis bei Off-Plan-Kaufverträgen in der Krise, bewertet die Wahrscheinlichkeit neuer staatlicher Eingriffe und gibt praxisorientierte Hinweise für Investoren und Berater.

Anlagenbauprojekte in der Golfregion im Lichte des Iran-Konflikts 2026: Rechtliche und steuerliche Konsequenzen für deutsche Unternehmen

Der Iran-Konflikt stellt deutsche Anlagenbauunternehmen in den arabischen Golfstaaten vor eine neue rechtliche, steuerliche und operative Risikolage. Betroffen sind nicht nur laufende Verträge und Lieferketten, sondern auch Betriebsstättenrisiken, Quellensteuerfragen, Entsendungen und die praktische Handhabung von Zahlungssicherheiten. Der Beitrag zeigt, welche Folgen sich insbesondere für Force Majeure-Notifikationen, Projektverzögerungen, Versicherungsdeckung und die steuerliche Behandlung krisenbedingter Umstrukturierungen ergeben. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei unbeabsichtigte Betriebsstätten durch verlängerte Projektlaufzeiten, Ausweichhubs oder „work from anywhere“-Modelle für entsandte Mitarbeiter. Der vorliegende Beitrag gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen.

Rechtliche Herausforderungen beim Remanufacturing im internationalen Kontext

Die fortschreitende Transformation zur Kreislaufwirtschaft stellt Unternehmen vor neue rechtliche Herausforderungen. Insbesondere das Remanufacturing gewinnt als zentraler Prozess zur Ressourcenschonung und Kostensenkung an Bedeutung. Aufgrund von wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen wird das Remanufacturing zunehmend in politische Strategien integriert. Gleichzeitig ergeben sich komplexe rechtliche Fragestellungen, etwa im Bereich des Transport-, Zoll- und Steuerrechts. Die Verabschiedung der Right-to-Repair-Richtlinie auf EU-Ebene unterstreicht die steigende Relevanz des Themas. Unternehmen, die frühzeitig auf diese Entwicklungen reagieren, können nicht nur regulatorische Risiken minimieren, sondern sich auch strategische Vorteile in einem dynamisch wachsenden Markt sichern.

Auswirkungen des Regional Headquarter-Programms auf das öffentliche Beschaffungswesen im Königreich Saudi-Arabien – Eine Bestandsaufnahme

Das Königreich Saudi-Arabien hat seiner Ankündigung aus dem Jahr 2021 Taten folgen lassen und verabschiedete Ende des Jahres 2022 einen Kabinettsbeschluss, der die Konsequenzen für Unternehmen festlegt, die bis zum 01. 01. 2024 kein Regional Headquarter in Saudi-Arabien eingerichtet haben. Diese Regelungen werden erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen haben, die weiterhin an Vergabeverfahren öffentlicher Auftraggeber in Saudi-Arabien teilnehmen möchten. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Hintergründe der erlassenen Regelungen, deren Voraussetzungen und Auswirkungen auf öffentliche Vergaben im Königreich Saudi-Arabien.

Nominated Sub-Contractor-Klauseln im Lichte des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes: Die Wahl zwischen Pest und Cholera?

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) wird im besonderen Maße im humankapitalintensiven internationalen Anlagenbau Geltung entfalten. Neben den allgemeinen Compliance-Verpflichtungen ziehen sog. Nominated Sub-Contractor-Klauseln im Lichte des LkSG mitunter erhebliche Probleme nach sich. Im Folgenden soll ein Überblick über das Spannungsverhältnis zwischen Nominated Sub-Contractor-Klauseln und dem LkSG gegeben werden.

Investitionsrechtliche Herausforderungen im Rahmen von Offsetgeschäften in den VAE

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) investieren vor dem Hintergrund militärischer Konflikte in der Golf-Region seit Jahren stark in den Ausbau des Rüstungs- und Verteidigungssektors. Güter und Dienstleistungen werden dabei in der Regel von Rüstungsunternehmen aus dem Ausland bezogen. Mit dem Ziel, die eigene Wirtschaft weiter zu stärken und Handelsbilanzdefizite abzubauen, wurde das vor knapp 20 Jahren ins Leben gerufene Tawazun Economic Program, welches Rüstungsunternehmen zu lokalen Kompensations- bzw. Offset-Leistungen verpflichtet, kürzlich überarbeitet. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die wirtschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Programm.

Exportkreditversicherungen im Lichte des gewandelten Leistungsbildes bei Exportgeschäften

Die deutsche Volkswirtschaft ist in hohem Maß exportorientiert. Damit Unternehmer auch in Länder mit unübersichtlichen bzw. risikobehafteten politischen Systemen exportieren können, unterstützt der deutsche Staat Exporteure, indem er ihre Geschäfte mit Exportkreditversicherungen (ECA) absichert. In den letzten Jahren ist jedoch zu beobachten, dass ausländische Kunden nicht nur deutsche Waren, sondern auch damit verbundene Dienstleistungen (insbesondere Betreiberleistungen) anfordern. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die daraus resultierende Problematik für deutsche Exporteure hinsichtlich ECA.

COVID-19 bedingte Herausforderungen im internationalen Anlagenbau am Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)

Die Corona-Pandemie zwingt derzeit die weltweite Wirtschaft in die Knie. In sämtlichen Wirtschaftszweigen sind bereits Auswirkungen von COVID-19 spürbar. So wurde auch der Bau- und Anlagensektor nicht vom tiefgreifenden Einfluss des Virus verschont. Etliche Bauprojekte wurden durch den Ausbruch der Pandemie beeinträchtigt, was insbesondere auf einen Arbeitskräftemangel vor Ort sowie die Unterbrechung von Lieferketten zurückzuführen ist. Im internationalen Anlagenbau sind die Bauvertragsbedingungen der FIDIC weit verbreitet. Der Beitrag gibt einen Überblick über Hauptproblemstellungen und Lösungsansätze in Form einer vorausschauenden Vertragsgestaltung.

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