Die erstmalige Auswertung der Daten zum Country-by-Country-Reporting seitens der OECD
- RIW
- Dr. Constantin Frank-Fahle, LL.M.
- Marc Zimmermann
In diesem Editorial wird die erstmalige Auswertung der Daten zum Country-by-Country Reporting (CbCR) seitens der OECD diskutiert, welche im Jahr 2020 veröffentlicht wurde und die Aktivitäten von nahezu 4000 multinationalen Unternehmen in über 100 Ländern beleuchtet. Diese Daten offenbaren erhebliche Diskrepanzen zwischen den Orten, an denen Gewinne gemeldet werden, und den Orten tatsächlicher wirtschaftlicher Aktivitäten, vor allem in Investitionszentren, wo Gewinne im Vergleich zu Beschäftigtenzahl und Sachanlagen überproportional hoch sind. Ebenfalls wird aufgezeigt, dass in Ländern ohne Körperschaftsteuer oder in Investitionszentren die Einnahmen pro Mitarbeiter weitaus höher sind als in anderen Ländern. Die vorherrschenden Geschäftsaktivitäten multinationaler Unternehmen variieren stark, wobei in Investitionszentren eine Dominanz von Holdinggesellschaften besteht, was auf mögliche steuerliche Planungsstrategien hinweist. Obwohl die Daten aus dem Jahr 2016 begrenzt sind, unterstreichen sie die Notwendigkeit, durch internationale Initiativen wie das BEPS-Projekt gegen schädliche Steuerpraktiken vorzugehen und die Unternehmensbesteuerung, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, weiter zu verbessern.

