Länderreport Bangladesch
- RIW
- Dr. Constantin Frank-Fahle, LL.M.
- Marcel Trost, LL.M.
Bangladesch zählt zu einem der aufstrebenden Wirtschaftsstandorte in Südasien. Obwohl sich das Land bereits seit einiger Zeit mit Herausforderungen wie politischen Unruhen, Infrastrukturmängeln, weitverbreiteter Korruption und einem relativ geringen Zustrom ausländischer Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment – FDI) konfrontiert sieht, hat Bangladesch einen ehrgeizigen Reformkurs eingeschlagen, um die wirtschaftlichen Probleme anzugehen. In der Folge wurde bis zum Jahr 2029 ein Wirtschaftswachstum von ca. 60 % erwartet. Die soziopolitischen Umwälzungen des Jahres 2024, insbesondere die sog. Julirevolution, die zu einer Flucht der langjährigen Premierministerin Sheikh Hasina Wazed nach Indien und zu der Einsetzung einer Übergangsregierung unter Leitung des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus geführt haben, haben die Notwendigkeit langfristiger Reformen politischer und wirtschaftlicher Natur zusätzlich unterstrichen. Die Bevölkerung von Bangladesch wünscht sich für die Zukunft von ihrer politischen Führung mehr Transparenz, Rechenschaft sowie systemische Veränderungen.
Trotz aktuell bestehender politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen und einer hohen Inflation erfahren insbesondere die Textilbranche, die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie erneuerbare Energien zunehmende Aufmerksamkeit sowohl von inländischen als auch von ausländischen Investoren.

