Lieferketten unter Beschuss: Vertriebsrechtliche Risiken und Strategien im Iran-Krieg 2026
- ZvertriebsR
- Dr. Constantin Frank-Fahle, LL.M.
- Marcel Trost, LL.M.
Seit dem 28. Februar 2026 sind die arabischen Golfstaaten zur Zielscheibe militärischer Angriffe durch das Nachbarland Iran geworden. Wenngleich die Golfstaaten nicht selbst Partei des Iran-Krieges sind, wurden sie seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen wiederholt Ziele iranischer Angriffe, wobei Intensität und Umfang der Attacken in den einzelnen Staaten erheblich variieren. Infolge der Angriffe wurden zunächst die Lufträume der Vereinigten Arabischen Emirate („VAE"), Katar, Bahrain und Kuwait gesperrt. Dies führte rasch zu Beeinträchtigungen des regionalen und internationalen Flugverkehrs, da insbesondere die Flughäfen Dubai International Airport und der in Doha befindliche Hamad International Airport für den internationalen Passagier- und Warenverkehr äußerst wichtige Logistikdrehkreuze sind. Bereits kurz nach Ausbruch des Konflikts kam es zudem zur faktischen Schließung der Straße von Hormus. In der Folge ist die globale Energieversorgung erheblich beeinträchtigt und internationale Lieferketten werden unterbrochen bzw. nachhaltig gestört mit der Folge gestiegener Rohstoffpreise. Darüber hinaus ist mit einem weltweiten Anstieg der Endverbraucherpreise zu rechnen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich die militärischen Angriffshandlungen und deren wirtschaftliche Folgen – insbesondere die Nichtverfügbarkeit von Produkten, Transportverzögerungen sowie Preissteigerungen – auf bestehende Vertriebsverträge auswirken und welche Rechte betroffenen Unternehmen insoweit zustehen.


